Behandlung

Krebs ist nicht gleich Krebs. Jeder Tumor ist anders und muss daher individuell behandelt werden. Besteht der Verdacht auf eine Krebserkrankung, werden Ihre Ärzte deshalb verschiedene diagnostische Verfahren veranlassen. Sie wollen den Tumor möglichst genau untersuchen und das Tumorstadium erfassen. Das Ziel der modernen Krebsmedizin ist es, wo möglich charakteristische Tumoreigenschaften zu erkennen, die wegweisend für eine effektive Behandlung des Tumors sind.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht, welche Stationen eine Behandlung bei Krebserkrankungen nehmen kann, inklusive der gängigsten Therapieoptionen:

Vorbereitung auf die Behandlung

Die Behandlung einer Krebserkrankung ist stets auf die individuelle Situation des Patienten, seinen Tumor und dessen Charakteristika zugeschnitten. Deshalb werden vor Aufnahme der Therapie im Allgemeinen umfangreiche Untersuchungen durchgeführt. Oft werden zum Beispiel sogenannte bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung, eine Computertomographie oder auch eine Kernspintomographie angeordnet. Sie sollen zeigen, wie groß der Tumor ist, wie weit er sich im Gewebe ausgedehnt hat und ob er bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat. Durch Bluttests kann ferner versucht werden, besondere Merkmale des Tumors zu bestimmen. Diese können eventuell Ansatzpunkt für eine gezielte, die Tumorzellen angreifende Behandlung sein. Welche diagnostischen Verfahren im Einzelfall notwendig sind, hängt von Ihrer individuellen Situation als Patient ab.

Die Untersuchungen liefern dem Arzt aber nicht nur Informationen über den Tumor, sondern auch über Ihren allgemeinen Gesundheitszustand. Das ist wichtig, da die Tumorbehandlung sehr belastend für Ihren Körper sein kann. Im Vorfeld wird bei der Diagnostik daher auch geprüft, welche Behandlung dem Körper zugemutet werden kann. Darüber hinaus ist jede Krebsbehandlung eine für den Patienten maßgeschneiderte Lösung, um seinen individuellen Bedürfnissen zu entsprechen. Eine gründliche Analyse Ihrer Lebenssituation und Gewohnheiten spielt dabei eine zentrale Rolle, um eine für Sie sinnvolle und zielführende Behandlung zu entwickeln.

Es kann zum Beispiel sein, dass die Medikamente, die verabreicht werden sollen, in ihrer Dosierung angepasst werden müssen. Die Krebsbehandlung soll möglichst effektiv den Tumor attackieren, aber dabei den Patienten so wenig wie möglich belasten. Welche Therapie geplant ist und wie diese der persönlichen Situation Rechnung trägt, besprechen Sie üblicherweise vor Aufnahme der Behandlung im Gespräch mit Ihrem Arzt.

Wichtige Ansprechpartner

Wichtige Ansprechpartner

Für alle die Tumorerkrankung betreffenden Fragen ist der behandelnde Krebsmediziner, in der Fachsprache Onkologe genannt, Ihr wichtigster Ansprechpartner. Er hat sich auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert und bei ihm laufen alle Fäden der Therapie zusammen. Er kennt die erhobenen Befunde und weiß, welche Maßnahmen bereits getroffen wurden und welche weiter geplant sind. Der Onkologe ist deshalb stets auch zu informieren, wenn es Schwierigkeiten mit der Behandlung gibt, wenn also zum Beispiel unerwartete und nicht zu tolerierende Nebenwirkungen auftreten. Er überwacht den gesamten Behandlungsverlauf und kann in einem solchen Fall die Therapie anpassen.

Der Onkologe sollte auch wissen, ob neben dem Krebs weitere Erkrankungen bestehen und welche Medikamente Sie regelmäßig einnehmen. Das betrifft nicht nur Medikamente, die verschrieben wurden, sondern auch Arzneimittel, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Diese können möglicherweise Wechselwirkungen mit der Krebstherapie eingehen und die Wirkung der Krebsmedikamente schwächen. Weiß Ihr Onkologe vor Behandlungsbeginn darum, lässt sich dies vermeiden.

Neben dem Onkologen ist nach wie vor auch Ihr Hausarzt ein wichtiger Ansprechpartner. Das gilt insbesondere in der Zeit während und nach der Krebsbehandlung. Der Hausarzt erhält vom Onkologen über den Arztbrief alle wichtigen Informationen zur Erkrankung und deren Behandlung. Er kann damit im Zweifelsfall auch Rede und Antwort stehen, wenn spezielle Probleme auftauchen, wenn etwa ein Befund in seiner Bedeutung nicht richtig verstanden wurde oder wenn allgemeine Fragen rund um die Krebserkrankung zu klären sind.

Es ist ratsam, Befunde von Untersuchungen sowie Arztbriefe in Bezug auf die Krebserkrankung in einer eigenen „Krankenakte“ zu sammeln. Dann liegen im Bedarfsfall alle Informationen bereit, wenn es zum Beispiel darum geht, dass ein weiterer Spezialist zur Behandlung hinzugezogen werden muss. In der persönlichen Krankenakte sollten neben einer vollständigen Liste der eingenommenen Medikamente (am besten mit den jeweiligen Beipackzetteln) auch die Kontaktdaten der behandelnden Ärzte, der Apotheke und der Angehörigen zu finden sein – falls beispielsweise auf Reisen oder in Notfällen Rückfragen zu stellen sind.

Welche Ärzte sollten informiert werden?

Welche Ärzte sollten informiert werden?

Neben dem Onkologen und dem Hausarzt können weitere Ärzte in die Diagnostik und Therapie einer Krebserkrankung eingebunden sein. Welche Ärzte das sind, hängt vom jeweiligen Tumor ab. So ist zum Beispiel der Frauenarzt (Gynäkologe) ein wichtiger Ansprechpartner bei Frauen mit Brustkrebs und der Magen-Darm-Spezialist (Gastroenterologe) zum Beispiel bei allen bösartigen Tumoren im Bauchraum.

Sogar der Zahnarzt sollte vor Beginn der Behandlung über die geplanten Maßnahmen informiert werden. Krebstherapien können Einfluss auf die Zahngesundheit haben und zum Beispiel Nebenwirkungen im Bereich der Mundschleimhaut verursachen. Es ist deshalb wichtig, vor Behandlungsbeginn den Zahnarzt aufzusuchen und zu prüfen, ob eine zahnmedizinische Behandlung im Vorfeld der Krebstherapie notwendig ist.

Informationen zur Krebstherapie

Informationen zur Krebstherapie

Patienten, die genau wissen, an welcher Erkrankung sie leiden und wie diese üblicherweise behandelt wird, können in aller Regel mit Belastungen, die im Zuge der Therapie auftreten können, besser umgehen. Umfangreich informiert zu sein, ist somit eine wichtige Voraussetzung für eine gute Krankheitsbewältigung.

Umfassende Informationen zu Krebserkrankungen und deren Behandlung finden sich heutzutage im Internet. Dabei sollte man jedoch unbedingt auf seriöse Quellen setzen. Das sind beispielsweise die von den Fachgremien entwickelten Patientenleitlinien (https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien), die für verschiedene Tumorarten erarbeitet wurden. Allgemeine Informationen zu Tumorerkrankungen bieten außerdem die Webseite der Deutschen Krebsgesellschaft (www.krebsgesellschaft.de) sowie der Krebsinformationsdienst (www.krebsinformationsdienst.de).

Wichtig: Die Informationen im Internet geben nur eine allgemeine Orientierung. Sie ersetzen keinesfalls das Gespräch mit dem Arzt.

Klärung anstehender Fragen

Klärung anstehender Fragen

Die Krebsbehandlung erfolgt häufig in einem darauf spezialisierten Klinikum, einem sogenannten zertifizierten Krebszentrum und meist in Kooperation mit einem niedergelassenen Facharzt (Onkologen). Wann immer möglich wird die Behandlung dabei nicht in der Klinik (stationär) durchgeführt, sondern ambulant. Dies bedeutet, dass der Patient zu Hause lebt und zur Behandlung seinen Arzt oder die Klinikambulanz aufsucht.

Die Behandlungstermine sollten gut geplant und vorbereitet sein. Es ist deshalb ratsam, vorab bereits einige Fragen mit Ihrem Arzt zu klären. Hier einige wichtige Fragen:

  • Wie weit ist die Entfernung zwischen meinem Zuhause und dem Behandlungsort?
  • Kann ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen? Wie lange brauche ich dafür?
  • Kann ich nach der Therapiesitzung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren? Wie werde ich mich fühlen?
  • Werde ich in der Lage sein, selbst Auto zu fahren?
  • Soll ich einen Angehörigen oder Freund bitten, mich zu fahren? Kann er mich auch zur Behandlung begleiten?

Zur Vorbereitung der Krebstherapie gehört es außerdem, sich bei der Krankenkasse rückzuversichern, dass die anfallenden Kosten übernommen werden. Fragen Sie auch gezielt nach der Übernahme von Zusatzleistungen wie Krankentransporte, Fahrtkosten oder die Kosten für eine eventuell erforderliche häusliche Versorgung und/oder Kinderbetreuung.

Auch die Frage, ob die Kosten für ergänzende Heilverfahren – eine sogenannte komplementäre Therapie – übernommen werden, sollte im Vorfeld geklärt werden.

Umgang mit Nebenwirkungen

Umgang mit Nebenwirkungen

Viele Krebspatienten fürchten sich vor der Krebsbehandlung. Diese gilt allgemein als „aggressiv“ und nebenwirkungsträchtig. Selbstverständlich kann die Krebstherapie, wie jede andere Behandlung auch, Nebenwirkungen hervorrufen. Damit wird man am besten umgehen können, wenn man auf die zu erwartenden unerwünschten Reaktionen vorbereitet ist. Es ist daher sinnvoll, vor jeder geplanten Behandlungsmaßnahme den Arzt zu fragen, womit konkret zu rechnen ist.

Häufige Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung sind Übelkeit und Erbrechen, Durchfälle, Schleimhautentzündungen sowie das Gefühl starker Erschöpfung (Fatigue). Viele auftretende Reaktionen können durch eine gezielte Behandlung gelindert oder sogar bei vorsorglichen Maßnahmen ganz verhindert werden. Durch die begleitende, unterstützende Behandlung – man spricht auch von der supportiven Therapie – sind die Nebenwirkungen im Allgemeinen besser zu ertragen.

Das Gespräch mit dem Arzt ist deshalb wichtig, damit dieser im Vorfeld oder auch im Verlauf der Krebsbehandlung entsprechende supportive Maßnahmen veranlassen kann.

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Die Operation

Operation, Chemotherapie (medikamentöse Krebstherapie) und Strahlenbehandlung – das sind die zentralen Säulen der Krebstherapie. Sie werden heutzutage oft durch moderne Verfahren wie die sogenannte zielgerichtete Behandlung und die Krebsimmuntherapie ergänzt.

Auch solche Therapieneuerungen schmälern jedoch nicht den Stellenwert der Operation in der Krebsmedizin. Operative Eingriffe können notwendig sein, um Gewebeproben zu entnehmen und zu prüfen, ob tatsächlich bösartige Veränderungen vorliegen, oder um eine Krebsgeschwulst zu entfernen. Es kann ferner sein, dass eine Operation erforderlich wird, um einen Tumor oder eine Tochtergeschwulst (Metastase) zu verkleinern und damit tumorbedingte Komplikationen zu beheben.

Operation ja oder nein?

Operation ja oder nein?

Ob eine Operation sinnvoll und notwendig ist, entscheidet der behandelnde Facharzt (Onkologe) zusammen mit den beteiligten Fachdisziplinen in der Tumorkonferenz. Dazu gehören auf jeden Fall der Chirurg und außerdem zum Beispiel ein Frauenarzt im Fall von Brustkrebs oder ein Lungenfacharzt bei Lungenkrebs.

Der operative Eingriff richtet sich nach den jeweiligen Untersuchungsbefunden. Zeigen diese, dass der Tumor nur lokal begrenzt gewachsen ist, kann er meist leicht entfernt werden. Bei einem bereits ausgedehnten Wachstum müssen aber betroffene Organteile oder auch ein ganzes Organ, eventuell sogar mit den angrenzenden Lymphknoten, chirurgisch entnommen werden.

Die Operation folgt dem Prinzip, „so wenig wie möglich, doch so viel wie nötig“. Mit anderen Worten: Es wird versucht, den Eingriff so schonend wie möglich durchzuführen und nur tatsächlich betroffenes Gewebe zu entfernen. Andererseits müssen möglichst alle vom Tumor befallenen Organteile aus dem Körper entfernt werden, um dem Patienten möglichst gute Heilungschancen zu sichern. Denn bleibt Tumorgewebe zurück, kann sich daraus eine neue Krebsgeschwulst bilden.

Die Heilungschancen sind generell am besten, wenn der Tumor früh entdeckt wird. Dann ist das Wachstum meist noch begrenzt und die Operation ermöglicht die vollständige Ausräumung des bösartigen Gewebes. Unter Umständen sind dann weitere Behandlungsmaßnahmen wie eine Chemotherapie und/oder Strahlenbehandlung nicht notwendig. Ist der Tumor jedoch schon fortgeschritten, muss sich meist eine Chemo- oder Strahlentherapie anschließen, um möglichst sicherzustellen, dass auch einzelne, nach der Operation noch im Körper verbliebene Tumorzellen zerstört werden.

Aufklärung durch den Arzt

Aufklärung durch den Arzt

Vor der Operation wird durch Untersuchungen genau geprüft, wie weit der Tumor sich ausgedehnt hat, ob er lokal begrenzt ist oder ob er bereits in angrenzendes Gewebe hineingewachsen ist oder Metastasen gebildet hat. Anhand der Befunde wird der Eingriff geplant. Wie er ablaufen soll und welche Konsequenzen sich möglicherweise anschließend ergeben, wird der Krebsarzt (Onkologe) im Vorfeld mit Ihnen ausführlich besprechen.

Es findet auch ein Gespräch mit dem Narkosearzt (Anästhesist) statt. Dieser erläutert dem Patienten, ob eine Voll- oder möglicherweise nur eine Teilnarkose erfolgen soll. Er wird außerdem eine Reihe von Fragen stellen, die für die Narkoseplanung wichtig sind. Haben Sie Allergien gegen bestimmte Medikamente? Welche Medikamente nehmen Sie ein? Wie oft trinken Sie Alkohol? Rauchen Sie? Diese Fragen sollten möglichst vollständig und ehrlich beantwortet werden. Wenn dies geschieht, kann der Arzt die Narkose optimal auf die individuelle Situation abstimmen.

Der Narkosearzt wird Sie auch darüber aufklären, mit welchen Reaktionen wie zum Beispiel einer starken Müdigkeit oder Schmerzen nach dem Eingriff zu rechnen ist und wie sich solche Beschwerden lindern lassen.

Welche Voruntersuchungen im Hinblick auf die Operation vonnöten sind, hängt nicht nur von der jeweiligen Krebserkrankung ab. Es geht auch darum, das allgemeine Operationsrisiko abzuschätzen. Üblicherweise werden kurz vor dem Eingriff folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Bestimmung der Blutgruppe
  • Blutgerinnungstest aus einer Blutprobe
  • Untersuchung der Lunge
  • EKG zur Prüfung der Herz-Kreislauf-Funktionen
  • Untersuchung der Leber- und Nierenfunktion
  • Messung des Blutzuckerspiegels.
Die Phasen der Operation

Die Phasen der Operation

Phase I – Vor der Operation
Was vor der Operation zu beachten ist, hängt von der Art und der Dauer des Eingriffs ab und auch davon, welche Narkose geplant ist. Üblicherweise müssen Sie vor einem chirurgischen Eingriff nüchtern sein. Sie dürfen somit bereits Stunden vorher nichts essen und auch nichts trinken. Wie lange die Phase ohne Nahrungsaufnahme und ohne Trinken sein soll, darüber klärt Sie im Vorfeld der Narkosearzt auf. Die Nüchternphase ist wichtig, um zu verhindern, dass während der Operation Mageninhalt durch die Speiseröhre aufsteigt und eventuell sogar in die Atemwege fließt.

Zur Operationsvorbereitung kann es außerdem notwendig sein, die betreffende Körperstelle zu rasieren. Außerdem sollten Nagellack und Makeup entfernt werden. Häufig werden die Patienten ferner gebeten, Thrombosestrümpfe anzulegen. Sie erhalten ein OP-Hemd und werden im Bett in den OP-Saal gefahren. Oftmals wird ihnen vor der Narkose ein leichtes Beruhigungsmittel verabreicht.

Im OP-Saal legt man Ihnen dann eine Infusion an, Sie werden an die die Überwachungsgeräte angeschlossen und die Narkose wird eingeleitet.

Phase II – Während der Operation
Erfolgt die Operation unter Vollnarkose, so schlafen Sie während des gesamten Vorgangs und erwachen erst, wenn der Eingriff vorüber ist. Der Anästhesist kontrolliert durchgehend die Narkosetiefe sowie wichtige Körperfunktionen wie die Atmung, die Herz-Kreislauf-Funktion, den Blutdruck, den Puls und die Sauerstoffsättigung des Bluts.

Bei einer Teilnarkose (auch „örtliche Betäubung oder „Regionalanästhesie“ genannt) betäuben die Ärzte das Schmerzempfinden in einzelnen und begrenzten Körperregionen, wo der Eingriff erfolgen soll. Als Patient sind Sie dabei bei Bewusstsein, können aber auf Wunsch auch ein Schlafmittel erhalten, wenn es für den Eingriff nicht notwendig ist, mit Ihnen zu sprechen. Welche Form der Narkose notwendig oder empfehlenswert ist, hängt immer von der Art der Operation ab. Ihr Onkologe wird mit Ihnen im Vorfeld alle in Frage kommenden Möglichkeiten besprechen und eine Empfehlung abgeben.

Phase III – Nach der Operation
Nach dem Eingriff bringt man Sie in den sogenannten Aufwachraum, wo Sie langsam unter der Kontrolle durch die Ärzte und das Pflegepersonal wieder erwachen. Das kann eine Weile dauern, das Erwachen vollzieht sich je nach Tiefe der Narkose langsam und mit mehreren Unterbrechungen, in denen Sie noch mehrmals kurz einnicken.

Sobald Sie wach und wieder gut ansprechbar sind, werden Sie noch einmal eingehend durch das medizinische Personal untersucht. Ist alles in Ordnung, bringen die Pflegekräfte Sie auf Ihr Zimmer auf der Krankenstation. Dort werden regelmäßig Puls und Blutdruck gemessen und gefragt, ob Sie Schmerzen haben und ein Schmerzmittel benötigen. Es ist normal, dass Sie nach einer Operation noch längere Zeit müde sind und am Operationstag viel schlafen.

Mögliche Reaktionen auf eine Operation

Mögliche Reaktionen auf eine Operation

Auch wenn heutzutage generell versucht wird, so schonend wie möglich zu operieren, kann der operative Eingriff doch mit einigen unangenehmen Begleiterscheinungen verbunden sein. Üblicherweise lassen sich diese jedoch durch eine gezielte Behandlung lindern.

Häufige Reaktionen auf eine Operation und die damit verbundene Narkose sind:

  • Schmerzen – Deshalb erhalten die meisten Patienten in den ersten Stunden oder sogar Tagen nach dem Eingriff schmerzlindernde Medikamente.
  • Übelkeit – Auch dieses Phänomen kann durch eine medikamentöse Behandlung gelindert werden.
  • Schluckbeschwerden – Ursache ist in aller Regel die Intubation. Sie ist notwendig zur Beatmung des Patienten während der Operation. Die Schluckbeschwerden bilden sich meist spontan zurück.
  • Konzentrationsstörungen – Viele Patienten klagen nach einer Narkose über Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren oder reagieren in seltenen Fällen sogar regelrecht verwirrt. Das ist meist durch die während des Eingriffs verabreichten Medikamente bedingt und bessert sich im Allgemeinen im weiteren Verlauf von alleine.
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Chemotherapie

Der Begriff „Chemotherapie“ umfasst die Behandlung bösartiger Tumoren mit chemischen Substanzen, den sogenannten Chemotherapeutika oder Zytostatika. Er ist in der Krebstherapie gebräuchlich für die Behandlung mit Wirkstoffen, die sich gegen die Tumorzellen richten und diese zum Absterben bringen sollen. Hierzu erhält der Patient sogenannte Zytostatika. Das sind Wirkstoffe, die die unkontrollierte Teilung der Tumorzellen und damit das Tumorwachstum unterbinden. Im Volksmund werden die Zytostatika oftmals auch als „Zellgifte“ bezeichnet.

Wirkweise einer Chemotherapie

Wirkweise einer Chemotherapie

In der Krebsmedizin werden je nach Tumorart verschiedene Zytostatika eingesetzt. Nicht selten werden dabei auch mehrere Wirkstoffe miteinander kombiniert, um die Effektivität der Behandlung zu steigern.

Trotz der verschiedenen Angriffspunkte und der dadurch unterschiedlichen Wirkweise ist der Wirkeffekt der Zytostatika letztlich vergleichbar: Sie unterbinden die Zellteilung und damit die Vermehrung der Tumorzellen und hemmen dadurch das unkontrollierte Tumorwachstum.

Anders als beispielsweise die Operation oder die Strahlentherapie wirkt die Chemotherapie nicht lokalisiert, sondern kann Effekte im ganzen Körper vermitteln. Sie wirkt systemisch, wie der Mediziner sagt. Dadurch können Metastasen im ganzen Körper behandelt und sogar einzelne, möglicherweise nach einer Operation noch im Körper verbliebene Tumorzellen in ihrer Vermehrung gehemmt und zum Absterben gebracht werden.

Ablauf, Dauer und Häufigkeit einer Chemotherapie

Ablauf, Dauer und Häufigkeit einer Chemotherapie

Die Chemotherapie erfolgt in aller Regel ambulant, das heißt in einem separaten Raum in der Praxis des behandelnden Arztes oder in der Klinikambulanz. Die Behandlung kann mehrere Stunden dauern. In aller Regel sitzen oder liegen die Patienten dabei in bequemen (Liege)stühlen. Oft werden mehrere Patienten gleichzeitig im Chemotherapieraum behandelt, so dass ein Austausch untereinander möglich ist.

Die Zytostatika werden als Infusion, Injektion oder in Tablettenform verabreicht. Dies geschieht in Intervallen, den sogenannten Behandlungszyklen. Dabei wechseln sich Behandlungsphasen, bei denen die Zytostatika meist an mehreren aufeinander folgenden Tagen verabreicht werden, und Behandlungspausen miteinander ab. In den Behandlungspausen kann sich das von der Chemotherapie auch angegriffene normale Körpergewebe regenerieren. Es erholt sich im Allgemeinen rascher als das Tumorgewebe.

In der Regel umfasst der Behandlungsplan vier bis sechs Therapiezyklen. Dadurch sollen auch Tumorzellen zerstört werden, die sich möglicherweise bei vorangegangenen Behandlungsphasen der Wirkung der Zytostatika entziehen konnten.

Mögliche Nebenwirkungen einer Chemotherapie

Mögliche Nebenwirkungen einer Chemotherapie

Da die Chemotherapie systemisch erfolgt, wirken die Zytostatika nicht nur auf Tumorzellen. Sie können auch gesunde Zellen erreichen und in ihrer Funktion beeinträchtigen. Dies betrifft vor allem Zellen, die sich ähnlich schnell teilen wie Tumorzellen. Konkret sind das Zellen der Schleimhaut, der Haarwurzel und des Knochenmarks.

Das erklärt die unter der Chemotherapie häufig auftretenden Nebenwirkungen. Es kommt oftmals zu Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen, Entzündungen der Mundschleimhaut, Bauchschmerzen und Durchfall, Veränderungen der Blutwerte und zu einem anhaltenden Erschöpfungszustand, auch als Fatigue bezeichnet. Welche Reaktionen auftreten, hängt von den eingesetzten Zytostatika, deren Dosierung und der Behandlungsdauer und auch von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Einige dieser Nebenwirkungen sind durch Medikamente zu lindern, bei anderen ist sogar eine vorbeugende Behandlung möglich. Sogenannte Supportive (das heißt unterstützende) Therapien sollen Ihre Lebensqualität während Ihrer Therapiedauer so gut wie möglich erhalten.

Fatigue – chronische Erschöpfung und Müdigkeit

Fatigue – chronische Erschöpfung und Müdigkeit

Die Tumorerkrankung kann zu einer anhaltenden Erschöpfung, dem sogenannten Fatigue-Syndrom, führen. Auch Folgen der Erkrankung wie eine Blutarmut (Anämie) sowie deren Behandlung können eine Fatigue hervorrufen. Häufig klagen darüber Patienten unter einer Chemo- sowie unter einer Strahlentherapie. Die Fatigue kann dabei über die Behandlungsphase hinaus anhalten.

Typische Symptome sind eine außerordentliche Müdigkeit und eine stark eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit, die sich auch durch Schlafen nicht bessern. Die Betroffenen klagen vermehrt über ein anhaltendes Müdigkeitsgefühl, über Antriebsmangel, Konzentrationsstörungen und oft auch über eine depressive Stimmung.

Die Ursachen und Auslöser einer Fatigue können sich bei jedem Patienten unterscheiden. Eine allgemeingültige Behandlung für alle Patienten gibt es deshalb nicht. Betroffene haben aber durchaus Möglichkeiten, diese unangenehme Begleiterscheinung der Krebserkrankung und der Chemotherapie zu mildern. Hier einige Tipps:

  • Planen Sie Ihren Tagesablauf, um sich Ihre Kräfte einzuteilen.
  • Erledigen Sie schwierige Tätigkeiten nur, wenn Sie sich stark genug fühlen.
  • Beziehen Sie Ihre Angehörigen und Freunde in Ihr Leben ein.
  • Scheuen Sie sich nicht, Hilfe anzunehmen.
  • Lenken Sie sich ab und sorgen Sie für eine positive Stimmung.
  • Leichte körperliche Betätigung an der frischen Luft hilft, z. B. spazieren gehen – überanstrengen Sie sich aber bitte nicht dabei.
  • Machen Sie Entspannungsübungen wie z. B. autogenes Training und lassen Sie sich dazu beraten.
  • Führen Sie ein Patiententagebuch, in dem Sie Beobachtungen notieren. Fragen Sie Ihren Arzt danach und bringen Sie das Tagebuch zu jedem Arztbesuch mit.
  • Gönnen Sie sich genügend und erholsamen Schlaf.
  • Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit eisenhaltigen und vitaminreichen Speisen.
Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen

In früheren Jahren waren bei einer Chemotherapie vor allem Übelkeit und Erbrechen als Nebenwirkung gefürchtet. Das hat sich inzwischen geändert, da es mit den sogenannten Antiemetika sehr wirksame Medikamente gibt, mit deren Hilfe solchen Nebenwirkungen vorgebeugt werden kann. Die modernen Antiemetika werden dabei vor der Chemotherapie eingenommen, damit es möglichst gar nicht zu Übelkeit und Erbrechen kommt.

Hier sind einige Tipps für Sie, wie Sie selbst einer möglichen Übelkeit zusätzlich entgegenwirken können:

  • Versuchen Sie, sich während und nach der Chemotherapie zu entspannen, z. B. durch Musik. Sie können auch Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Atemübungen aus der Yoga-Lehre anwenden. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder von den Pflegekräften Techniken zeigen oder Adressen nennen, wo diese Entspannungsübungen vermittelt werden.
  • Essen Sie vor der Chemotherapie nur leichte Mahlzeiten.
  • Nehmen Sie nach der Behandlung lieber mehrere kleine Mahlzeiten verteilt über den Tag zu sich. Essen Sie die Speisen nicht zu heiß und vermeiden Sie Nahrung mit intensivem Geruch und Geschmack.
  • Nehmen Sie unterschiedliche Speisen und Getränke vor der Chemotherapie zu sich, um eine „innere seelische Verknüpfung“ von Übelkeit und Brechreiz mit bestimmten Lebensmitteln zu vermeiden.
  • Ruhen Sie sich nach den Mahlzeiten aus.
  • Sorgen Sie für angenehme Düfte in Ihrer Umgebung, meiden Sie alle unangenehmen Gerüche. Lüften Sie die Wohnung nach dem Essen.
  • Gehen Sie viel an die frische Luft.
  • Wenn Sie ein Übelkeitsgefühl überkommt, versuchen Sie langsam ein- und auszuatmen.
  • Wenn Sie öfter erbrechen müssen, warten Sie 4 bis 8 Stunden, bevor Sie feste Nahrung zu sich nehmen. Beginnen Sie mit klaren Getränken. Lutschen Sie Eiswürfel oder gefrorene Fruchtstückchen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt oder das Pflegepersonal beim nächsten Termin darüber, wann, wie oft und wie stark Sie Übelkeit verspürt oder erbrochen haben. Dies können Sie ebenfalls in einem Patiententagebuch vermerken.
Mukositis – Entzündung der Schleimhäute

Mukositis – Entzündung der Schleimhäute

Die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum sowie in der Speiseröhre können empfindlich auf eine Chemotherapie wie auch auf eine Strahlentherapie reagieren. Das kann schmerzhafte Entzündungen nach sich ziehen. Es kann zu Schluckbeschwerden führen und auch die Entwicklung von Infektionen begünstigen.

Entzündungen der Schleimhäute in Mundhöhle, Hals, Magen und Darm werden allgemein als Mukositis bezeichnet. Bei einer auf die Schleimhäute der Mundhöhle beschränkten Entzündung spricht man von einer Stomatitis.

Die Schmerzen in Mund und Rachen können sehr stark sein, so dass eine Nahrungsaufnahme kaum mehr möglich ist. Das unterstreicht die Bedeutung der Behandlung der entzündeten Schleimhäute, da eine gute und ausreichende Versorgung mit Nährstoffen für Krebspatienten sehr wichtig ist.

So erkennen Sie eine beginnende Schleimhautentzündung und beugen ihr vor

  • Lassen Sie gegebenenfalls vorhandene Entzündungsherde und Defekte in der Mundhöhle vor Beginn der Chemotherapie von Ihrem Zahnarzt sanieren.
  • Reinigen Sie Ihren Mund nach jedem Essen. Benutzen Sie dabei eine weiche Zahnbürste, die Sie vorher in Wasser einweichen. Spülen Sie die Zahnbürste während des Putzens immer wieder mit heißem Wasser aus. Wechseln Sie die Zahnbürste häufig. Wenn die Schleimhaut bereits entzündet ist, reinigen Sie den Mund mit Wattestäbchen, ohne Zahnbürste.
  • Führen Sie regelmäßig eine sorgfältige Mundhygiene durch. Fragen Sie Ihre Pflegekräfte, wie Sie die Mundpflege am besten durchführen.
  • Führen Sie dreimal täglich oder je nach Bedarf öfter eine Mund- und Rachenspülung durch. Benutzen Sie keine alkoholhaltigen Spüllösungen, sondern entweder Wasser oder spezielle Spüllösungen oder Gele. Mundgele bilden eine physikalische Barriere und legen sich wie ein Schutzfilm auf die Schleimhäute. Wenn bereits empfindliche Nervenendigungen in den Schleimhäuten von Mund und Rachen freiliegen, werden Schmerzen und Reizungen durch die Befeuchtung des geschädigten Gewebes reduziert. Spezielle Mundgele sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
  • Untersuchen Sie während der Chemotherapie zweimal täglich gründlich Ihren Mund vor dem Spiegel. Nehmen Sie eventuell vorhandene Prothesen vorher heraus und achten Sie auf Veränderungen wie beginnende Rötungen.
  • Säubern Sie Prothesen besonders gründlich. Wenn bereits Schleimhautschäden vorliegen, verzichten Sie außerhalb der Mahlzeiten auf Ihre Prothese.
  • Halten Sie Ihre Lippen mit einer Lippencreme geschmeidig.
  • Ernähren Sie sich eiweiß- und vitaminreich. Meiden Sie Zucker, da er das Wachstum von Pilzen auf den Schleimhäuten begünstigt.
  • Vermeiden Sie harte Lebensmittel sowie scharf gewürzte und saure Speisen.
  • Verzichten Sie auf Zigaretten und Alkohol.
  • Nehmen Sie genügend Flüssigkeit zu sich, besprechen Sie die für Sie geeignete Menge mit Ihrem Onkologen oder seinem Team.
  • Trinken Sie keine kohlensäurehaltigen Getränke. Ersetzen Sie kohlensäurehaltige und stark saure oder zuckerhaltige Getränke durch verdünnte Obstsäfte oder milde Tees.
Haarverlust

Haarverlust

Als Folge der Chemotherapie kommt es bei vielen Betroffenen zu Haarverlust. Das betrifft nicht nur das Haupthaar, sondern allgemein die Körperbehaarung einschließlich der Wimpern, der Augenbrauen und der Schambehaarung.

Es ist ratsam, sich bereits vor Beginn der Chemotherapie mit dem Thema zu befassen und für eine adäquate Kopfbedeckung und/oder die Anpassung einer Perücke zu sorgen.
Nach der Chemotherapie wachsen die Haare meist wieder nach. Manchmal sind sie sogar kräftiger als vorher, lockiger oder haben eine etwas andere Farbe.

Das können Sie bei oder gegen Haarverlust tun:

  • Besorgen Sie sich vor Therapiebeginn eine Kopfbedeckung. Lassen Sie sich von Ihrem Behandlungsteam über einen Antrag auf Kostenerstattung für eine Perücke beraten.
  • Um den Haarausfall zu vermindern oder hinauszuzögern, gehen Sie vorsichtig mit Ihren Haaren um. Verwenden Sie keine aggressiven Shampoos, keine Lockenwickler und keinen heißen Föhn.
  • Kämmen Sie die Haare nur vorsichtig, vermeiden Sie Rupfen oder Rubbeln. Färben Sie Ihre Haare während der Therapie nicht.
  • Eine Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit eines Haarverlustes zu verringern, sind Kühl- oder Kältehauben. Diese kühlen während der Chemotherapie die Kopfhaut, sodass diese schlechter durchblutet wird und weniger Zytostatika die Haarwurzeln erreichen. Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür nicht, da die Wirksamkeit umstritten ist.
  • Behalten Sie die oben erwähnten Verhaltensweisen auch dann noch bei, wenn Ihre Haare nach der Therapie wieder wachsen.
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Die Strahlentherapie

Die Strahlentherapie gehört neben der Operation und der Chemotherapie zu den Säulen der traditionellen Krebstherapie. Es wird oftmals auch von der Radiotherapie oder im Volksmund einfach von der Bestrahlung gesprochen.

Im Gegensatz zur Chemotherapie, die im gesamten Körper wirksam werden kann, handelt es sich bei der Strahlentherapie um eine weitgehend lokalisierte, in manchen Fällen auch den ganzen Körper betreffende Behandlungsmaßnahme. Sie kommt bei etwa jedem zweiten Patienten im Lauf der Erkrankung zum Einsatz – entweder als alleinige Maßnahme oder zum Beispiel zusammen mit einer Chemotherapie als Radiochemotherapie.

Wirkweise einer Strahlentherapie

Wirkweise einer Strahlentherapie

Ziel der Strahlentherapie ist es, Tumorzellen durch eine ionisierende Strahlung oder durch eine Teilchenstrahlung gezielt zu zerstören. Denn die Strahlung schädigt die Erbsubstanz in den Tumorzellen. Diese können sich dadurch nicht weiter vermehren und gehen sogar zugrunde. Die erforderliche Strahlendosis wird dabei anhand der Strahlenempfindlichkeit des Tumors ermittelt.

Allerdings wirkt die Strahlung nicht nur auf Tumorzellen, sondern kann auch normale Zellen schädigen. Die normalen Körperzellen können sich aber nach einer Bestrahlung besser regenerieren als Tumorzellen.

Verschiedene Ansätze der Strahlentherapie
Bei der Strahlentherapie unterscheidet man drei Ansätze:

  • Die Bestrahlung von außen (perkutane Bestrahlung) wirkt durch die Haut auf die Tumorzellen. Die Behandlung findet üblicherweise ambulant statt.
  • Bei der Bestrahlung von innen (Brachytherapie) werden Tumore aus kurzer Entfernung direkt von innen heraus bestrahlt. Hierzu wird eine radioaktive Strahlenquelle in den Körper eingebracht. Die Tumorzellen werden von dieser meist über mehrere Tage bestrahlt, wodurch die Behandlung einerseits sehr effektiv ist und andererseits möglichst wenig gesundes Gewebe schädigt.
  • Bei der nuklearmedizinischen Strahlentherapie werden radioaktive Substanzen quasi als Arzneimittel verabreicht. Sie gelangen über den Stoffwechsel in das betroffene Organ, zerstören dort die Tumorzellen und zerfallen innerhalb von Stunden oder Tagen. Diese Art der Bestrahlung eignet sich vor allem bei Metastasen , insbesondere bei Knochenmetastasen.
Ablauf einer Strahlentherapie

Ablauf einer Strahlentherapie

Vor der Strahlentherapie sind einige Voruntersuchungen erforderlich, damit der Tumor effektiv attackiert, das umgehende Gewebe jedoch möglichst geschont wird. Es wird meist eine Computertomographie (CT) und/oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt, um den Tumor gut zu charakterisieren und ein Koordinatensystem wird auf den Körper gezeichnet, an dem die Bestrahlungsgeräte auszurichten sind. Die ermittelten Daten werden in einem Bestrahlungsplanungscomputer erfasst, um später die Radiotherapie millimetergenau durchführen zu können.

Außerdem wird die Strahlendosis, die der Patient bekommen soll, errechnet. Sie wird üblicherweise auf mehrere Einzelsitzungen verteilt, um die Reparaturprozesse im normalen Gewebe optimal zu erlauben. Die Strahlentherapie folgt dabei einem genau festgelegten Zeitplan.

Davon abgesehen wird bei der modernen Strahlentherapie alles darangesetzt, den Tumor möglichst gezielt zu bestrahlen ohne umgebendes gesundes Gewebe zu beeinträchtigen. Die neuen Techniken erlauben eine genaue Eingrenzung der Bestrahlung auf das Tumorgewebe, man spricht auch von der Präzisionsbestrahlung.

Mögliche Nebenwirkungen einer Strahlentherapie

Mögliche Nebenwirkungen einer Strahlentherapie

Auch bei einer sehr genau geplanten und regional eng begrenzten Strahlentherapie können Nebenwirkungen auftreten. Es kann zu Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenbereich kommen,zu Hautrötungen in der bestrahlten Körperregion, zu Übelkeit und Erbrechen sowie zu Müdigkeit und Fieber. Welche Begleitreaktionen auftreten, hängt maßgeblich davon ab, welche Körperbereiche und Organe von der Radiotherapie betroffen sind. Gegen viele dieser Nebenwirkungen lassen sich vorbeugende oder lindernde Maßnahmen ergreifen. Sogenannte Supportive Therapien verfolgen das Ziel, Ihre Lebensqualität während Ihrer Behandlung so gut wie möglich zu erhalten.

Mukositis – Entzündung der Schleimhäute
Hautreizungen

Hautreizungen

Hautreizungen sind eine häufige Folgereaktion der Strahlentherapie. Die Haut kann sich röten, schmerzen, jucken, schuppen oder abschälen – ähnlich wie bei einem Sonnenbrand. Schwitzen, Hitze, Druck oder Reibung fördern das Auftreten von Hautreaktionen, die sich jedoch in aller Regel nach der Behandlung wieder zurückbilden.

Das können Sie bei gereizter Haut tun:

  • Tragen Sie lose Kleidung aus Naturmaterialien.
  • Tragen Sie bequeme, weite Schuhe. Lassen Sie Hände und Füße so oft wie möglich unbedeckt.
  • Vermeiden Sie einschnürende Kleidung (BHs, Slips mit engen Gummibändern).
  • Duschen Sie nicht zu warm und nur kurz. Lassen Sie den Körper möglichst an der Luft trocknen. Verwenden Sie keine rauen Waschlappen oder Handtücher.
  • Verwenden Sie, ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt, während Ihrer Strahlentherapie auf der bestrahlten Region keine Körperpflegemittel. Um die Haut nach der Strahlentherapie mit Feuchtigkeit zu versorgen, können Sie in der Apotheke besonders pflegende Hautcremes bekommen, wie etwa Produkte mit Aloe Vera Extrakten.
  • Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung.
  • Vermeiden Sie heißes Spül- oder Putzwasser und scharfe Reinigungsmittel.
  • Kleben Sie kein Wundpflaster auf die Haut, um diese nicht zusätzlich zu reizen.
Fatigue – chronische Erschöpfung und Müdigkeit
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Die zielgerichtete Therapie

Neben der Operation, der Chemotherapie und der Strahlenbehandlung hat sich in den vergangenen Jahren mit der sogenannten zielgerichteten Therapie eine vierte Säule der Krebsbehandlung etabliert. Der Name „zielgerichtete Therapie“ verdeutlicht bereits das Wirkprinzip: Bei dieser Behandlungsform wird versucht, mit Medikamenten zielgenau die Tumorzellen des individuellen Patienten zu attackieren. Es handelt sich deshalb um eine quasi auf die individuelle Situation jedes Patienten maßgeschneiderte Behandlung.

Oft ist in diesem Zusammenhang auch von einer individualisierten oder einer personalisierten Therapie die Rede oder es wird der englische Begriff „Targeted Therapy“ benutzt.

Wirkweise einer zielgerichteten Therapie

Wirkweise einer zielgerichteten Therapie

Bei der Chemotherapie werden Medikamente, die wie Zellgifte wirken, im Körper verteilt. Sie erreichen die Tumorzellen und bringen diese zum Absterben, schädigen allerdings oft auch viele gesunde Körperzellen. Eine zielgerichtete Therapie verfolgt eine völlig andere Strategie. Die Krebsmediziner suchen dabei nach bestimmten Merkmalen des Tumors, die als Angriffspunkt für Medikamente gegen den Krebs genutzt werden können. Man hat erkannt, dass Brustkrebs nicht gleich Brustkrebs, Lungenkrebs nicht gleich Lungenkrebs und Darmkrebs nicht gleich Darmkrebs ist. Vielmehr weisen die jeweiligen Tumore durchaus unterschiedliche Merkmale auf. Noch gibt es nicht für jede Tumorart eine zielgerichtete Therapie. Deshalb liegt ein Schwerpunkt in der medizinischen Forschung darauf, neue Wirkstoffe für weitere Krebsarten zu finden. Neben Lungen-, Darm-, Nieren- und Brustkrebs finden zielgerichtete Therapien besonders oft bei schwarzem Hautkrebs (Melanom) Anwendung.

Vor der Behandlung wird das Tumorgewebe deshalb mit modernen diagnostischen Methoden genauestens untersucht. Dabei suchen die Mediziner nach speziellen Veränderungen der Zellen, die diese charakterisieren oder die das Tumorwachstum antreiben. Solche Veränderungen werden auch als Biomarker bezeichnet. Finden sich entsprechende Merkmale im Tumorgewebe, können die Tumorzellen zielgenau durch sogenannte Antikörper oder auch „kleine chemische Moleküle“ (oft englisch bezeichnet als Small Molecules) attackiert werden.

Die Wirkstoffe erkennen das spezielle Tumormerkmal und können Wachstumssignale blockieren und dadurch das weitere Tumorwachstum unterbinden. Es gibt andere Wirkstoffe, die die Bildung neuer Blutgefäße verhindern, über die die Tumorzellen sich mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Wird die Blutgefäßbildung verhindert, so wird der Tumor von der Versorgung abgeschnitten und regelrecht ausgehungert.

Der Vorteil der zielgerichteten Therapie: Sie hindert die Tumorzellen an ihrer weiteren Vermehrung und hemmt das Fortschreiten der Krebserkrankung. Die gesunden Körperzellen, die das Merkmal nicht tragen, werden aber nicht geschädigt.

Zielgerichtete Therapie auf einen Blick: Der Krebsinformationsdienst stellt ein kompaktes Informationsblatt zur Funktionsweise zielgerichteter Therapien kostenfrei zur Verfügung.

Grenzen einer zielgerichteten Therapie

Grenzen einer zielgerichteten Therapie

Ob im individuellen Fall die beschriebene Strategie erfolgversprechend ist, hängt davon ab, ob sich charakteristische Merkmale des Tumors finden lassen. Das ist nicht immer der Fall. Leider gibt es auch noch nicht gegen alle potenziellen Veränderungen zielgenau wirksame Medikamente.

Deshalb versuchen die Krebsforscher, die Vielfalt der verschiedenen Tumore noch besser zu verstehen, um die Zellen noch besser charakterisieren zu können. Das ist die Voraussetzung dafür, weitere neue Wirkstoffe für eine maßgeschneiderte Tumorbehandlung entwickeln zu können.

Ein Nachteil der zielgerichteten Therapie ist zudem, dass die Tumorzellen zwar am weiteren Wachstum gehindert, nicht jedoch vollkommen zerstört werden. Konkret bedeutet dies, dass die Behandlung meist nicht wie bei der Chemo- und der Strahlentherapie nach wenigen Wochen oder Monaten abgeschlossen ist. Vielmehr müssen zielgerichtet wirkende Medikamente sehr lange und zum Teil lebenslang eingenommen werden.

Mögliche Nebenwirkungen einer zielgerichteten Therapie

Mögliche Nebenwirkungen einer zielgerichteten Therapie

Die eingesetzten Medikamente richten sich, wie der Name schon sagt, direkt gegen Tumorzellen. Sie schonen damit das gesunde Körpergewebe. Das erklärt, warum diese Behandlungsform deutlich weniger Nebenwirkungen verursacht als eine Chemo- oder eine Strahlentherapie.

Allerdings bedeutet das nicht, dass die Medikamente keine Nebenwirkungen haben. Denn die Zielstrukturen der Wirkstoffe können auch in gesunden Zellen vorkommen. Es können dadurch auch bei dieser Behandlungsform unerwünschte Reaktionen auftreten. Am häufigsten handelt es sich um Hautreaktionen, Bluthochdruck und eventuell auch Nebenwirkungen auf die Schilddrüse, das Herz, die Leber und/oder den Magen-Darmtrakt.

Die immunonkologische Therapie

Die Möglichkeiten der Krebsbehandlung haben sich in jüngster Zeit um eine neue Option erweitert: die immunonkologische Therapie, auch Krebsimmuntherapie oder einfach nur Immuntherapie genannt. Bei diesem Verfahren wird das körpereigene Immunsystem durch spezielle Medikamente darin unterstützt, den Tumor zu eliminieren. Die Krebsimmuntherapie hat somit einen völlig anderen Wirkmechanismus als die Chemo- oder Strahlenbehandlung oder auch die neuen zielgerichteten Therapien.

Wirkweise einer immunonkologischen Therapie

Wirkweise einer immunonkologischen Therapie

Die Krebsimmuntherapie macht sich Eigenschaften von Tumorzellen zunutze, mit deren Hilfe diese sich häufig vor Immunzellen tarnen. Denn viele Tumorzellen können Substanzen auf ihrer Oberfläche ausbilden, die das Immunsystem täuschen. Sie signalisieren ihm, die Zellen seien nicht bösartig. Das geschieht insbesondere an Immunkontrollpunkten, den sogenannten Checkpoints. Sie steuern die Immunantwort und verhindern beim gesunden Menschen unzureichende wie auch überschießende Immunreaktionen. Tumorzellen entziehen sich dieser Kontrolle durch Signalmoleküle auf der Zelloberfläche. Dadurch kann der Tumor fortschreiten, ohne vom körpereigenen Immunsystem erkannt und in seinem Wachstum behindert zu werden.

Ein Beispiel für Signalstoffe, mit denen die Krebszellen sich vor dem Immunsystem verstecken, ist das sogenannte Molekül CTLA-4, das wie eine Art Antenne in der Zelloberfläche verankert ist. CTLA-4 wirkt wie eine molekulare Bremse. Es legt das Immunsystem in direkter Umgebung der Krebszellen lahm. Eine ähnliche Wirkweise hat anderer Signalstoff, das sogenannte PD-1. Es verhindert, dass die Tumorzellen von der Immunabwehr in den „programmierten Zelltod“ getrieben und damit eliminiert werden.

Solche Strategien der Tumorzellen zu durchkreuzen, ist Ziel der modernen Krebsimmuntherapie. Es wurden daher sogenannte Checkpoint-Inhibitoren entwickelt. Sie greifen gezielt an den Kontrollpunkten in die durch die Tumorzellen gestörte Steuerung der Immunabwehr ein. So können Wirkstoffe, wie zum Beispiel Antikörper, die von den Tumorzellen gezogene molekulare Bremse gegen PD-1 oder CTLA-4 lösen. Die Krebszellen werden dann als solche wieder für das Immunsystem erkennbar.

Neue Strategien in der Krebsimmun-Forschung

Neue Strategien in der Krebsimmun-Forschung

Die Krebsimmuntherapie ist ein großer Hoffnungsträger bei vielen verschiedenen Krebserkrankungen. Bislang aber profitieren nicht alle Patienten von einer solchen Behandlung. Voraussetzung ist vielmehr, dass der zu behandelnde Tumor die entsprechenden Strukturen – also die Checkpoints – in ausreichendem Maße ausbildet. Dies ist nicht bei allen Patienten der Fall.

Als Behandlungsverfahren etabliert ist die Krebsimmuntherapie inzwischen beim schwarzen Hautkrebs, beim Lungenkrebs und beim Blasenkrebs. Es werden außerdem weitere Immuntherapeutika in klinischen Studien bei verschiedenen Tumorarten getestet, wie beispielsweise bei Brustkrebs. Es wird dabei versucht, die Wirksamkeit weiter zu verbessern und diese Therapieoption auch für andere Tumorarten zu entwickeln.

Auch prüfen die Wissenschaftler, ob sich der Behandlungserfolg einer Krebsimmuntherapie in Verbindung mit anderen Behandlungsmethoden wie einer Bestrahlung oder einer Chemotherapie noch steigern lässt.

Mögliche Nebenwirkungen einer immunonkologischen Therapie

Mögliche Nebenwirkungen einer immunonkologischen Therapie

Die Krebsimmuntherapie gilt allgemein als gut verträglich, kann jedoch auch Nebenwirkungen haben. Diese sind direkt im Wirkmechanismus der Medikamente begründet, denn die Substanzen stimulieren das Immunsystem im Kampf gegen den Krebs.

Durch diese Aktivierung der Immunzellen werden jedoch auch überstarke Immunreaktionen begünstigt. Diese können sich gegen körpereigene Strukturen richten. Dann droht die Entwicklung einer sogenannten Autoimmunerkrankung. Sie kann sich mit Müdigkeit, Fieber und Entzündungsreaktionen bemerkbar machen. Solche Reaktionen können den Magen-Darm-Trakt betreffen, die Lunge, die Nieren, die Augen und auch die Haut.

Komplementäre Therapien

Wer die Diagnose „Krebs“ zu hören bekommt, hat aus verständlichen Gründen den Wunsch, alle Chancen zu nutzen, um eine Heilung zu erwirken. Neben der etablierten Schulmedizin setzen viele Patienten auf sogenannte komplementäre Therapien. Die komplementäre Medizin sollte jedoch keinesfalls mit der alternativen Medizin verwechselt werden. Vertreter der alternativen Medizin lehnen üblicherweise die etablierten Konzepte der konventionellen Medizin ab, obwohl deren Therapieformen in ihrer Wirksamkeit und Sicherheit in Studien belegt wurden Die komplementäre Medizin versteht sich hingegen als Ergänzung (und nicht als Alternative) zur Schulmedizin. Es geht darum, durch zusätzliche Maßnahmen den Heilungserfolg der etablierten Therapie zu verbessern und Nebenwirkungen von Behandlungen wie einer Chemotherapie, und der Strahlenbehandlung zu mindern.

Wenn Sie komplementäre Therapieformen anwenden möchten, sollten Sie vorher unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen, der Ihre Therapie steuert. Mit ihm ist auch zu besprechen, welche Verfahren zur Anwendung kommen. Denn komplementäre Maßnahmen können unter Umständen die Wirkung von schulmedizinischen Therapieformen schmälern.

Davon abgesehen muss man sich darüber im Klaren sein, dass die komplementäre Therapie keine definitive Heilung der Krebserkrankung erwirken kann. Es ist jedoch möglich, durch einzelne Maßnahmen den Krankheitsverlauf insgesamt günstig zu beeinflussen, Nebenwirkungen der Behandlung zu lindern und insgesamt die Lebensqualität zu verbessern.

Was sind komplementäre Therapien?

Was sind komplementäre Therapien?

Als Komplementärmedizin werden praktisch alle Maßnahmen bezeichnet, die ergänzend zur konventionellen Krebsbehandlung eingesetzt werden. Das Spektrum ist groß: Es reicht von der Bewegungstherapie, also von regelmäßiger körperlicher Betätigung, über die Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen wie Selen bis hin zur Misteltherapie, zur Akupunktur und vielen anderen Therapieformen.

Nicht alle Verfahren sind eine sinnvolle oder nützliche Ergänzung zu jeder Krebstherapie. Manche sind schlicht nutzlos. Andere können möglicherweise sogar den Erfolg der etablierten Krebsbehandlung gefährden, wenn zum Beispiel Wechselwirkungen auftreten. Das kann eventuell die Wirkung der Chemotherapie einschränken und so den Therapieerfolg beeinträchtigen. Wechselwirkungen können aber möglicherweise auch die Wirkung der Chemotherapeutika verstärken und damit unerwünschte Begleitreaktionen und Nebenwirkungen provozieren.

Weiterführende Informationen zum Stellenwert einzelner komplementärer Therapieverfahren bei Krebs gibt es auf der Internetseite der Deutschen Krebsgesellschaft unter https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/therapieformen/komplementaere-medizin-moeglichkeiten-und-grenzen.html.

Außerdem hat der Krebsinformationsdienst auf seiner Webseite eine Liste neutraler und unabhängiger Internetseiten zusammengestellt, auf denen man sich zu Arzneimitteln und Präparaten zur komplementären und alternativmedizinischen Krebstherapie informieren kann. Die Informationen sind zu finden unter https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/ressourcen/arzneimittelinformation.php.

Vorsicht vor Scharlatanen

Vorsicht vor Scharlatanen

Bei den Informationen seriöser Quellen wie der Deutschen Krebsgesellschaft sowie dem Krebsinformationsdienst kann man sicher sein, dass die Empfehlungen dem medizinischen und wissenschaftlichen Standard entsprechen. Man erhält zugleich ein gutes Gespür dafür, welcher Stellenwert den einzelnen Verfahren zukommt. Das kann helfen, komplementärmedizinische Maßnahmen nicht unkritisch einzusetzen. Es verhindert außerdem, dass man in der Hoffnung, den Krebs zu besiegen, Scharlatanen auf den Leim geht und viel Geld für unsinnige Maßnahmen ausgibt.

Nicht immer aber ist eine abschließende Bewertung einzelner Anwendungen möglich. „Momentan sind noch viele komplementäre Verfahren in der Testphase, sodass noch weitere wissenschaftliche Studien abzuwarten sind, ehe mit Gewissheit zu einem Verfahren geraten oder von einem Verfahren abgeraten werden kann“, heißt es auf der Webseite der Deutschen Krebsgesellschaft. Die Maßnahmen sollten nach Angaben der Gesellschaft zudem an die jeweilige Tumorart und –therapie angepasst werden. Sie sollen nur angewendet werden, wenn Wirksamkeitsbelege durch Studien vorliegen.

Methoden der Komplementärmedizin dürfen zudem nicht als Universalheilmittel angesehen werden, betonen die Krebsmediziner. Der Mangel an fundierten Daten darf aus ihrer Sicht außerdem nicht dazu verleiten, esoterische Konzepte mit der klassischen Medizin zu kombinieren.

Vorsicht ist immer dann geboten, wenn versprochen wird, durch ein bestimmtes Medikament oder Verfahren jedweden Krebs heilen zu können. Meist handelt es sich bei den propagierten Mitteln oder Kuren um unwirksame und zum Teil sogar um gefährliche Maßnahmen. Auch wenn Vorkasse oder Bargeldzahlung gefordert wird, sollte man misstrauisch werden. Keinesfalls sollte man sich außerdem auf vermeintliche Heiler einlassen, die raten, die etablierte schulmedizinische Therapie zu beenden und stattdessen nur noch auf die alternative Medizin und die von ihnen angepriesene Behandlung zu setzen.

Kostenübernahme durch die Krankenkassen?

Kostenübernahme durch die Krankenkassen?

Für solche versprochenen „Wunderheilungen“ zahlen manche Patienten sehr viel Geld. Denn die Krankenkassen übernehmen die Kosten für „Heilsverfahren“, deren Wirksamkeit und Sicherheit nicht durch entsprechende Daten belegt ist, in aller Regel nicht. Üblicherweise nehmen die Krankenkassen komplementäre Verfahren erst dann in ihren Leistungskatalog auf, wenn sicher nachgewiesen ist, dass sie bei einer oder mehreren Krebsarten den Verlauf günstig beeinflussen oder Nebenwirkungen lindern können. Daher ist es ratsam, sich vor Aufnahme einer komplementären Therapie bei seiner Krankenkasse zu erkundigen, wie es mit der Kostenübernahme steht.

Man sollte sich unbedingt auch mit seinem Krebsarzt zu möglichen komplementären Verfahren besprechen, um nicht zu riskieren, dass die verordneten Medikamente der Schulmedizin ihre Wirkung nicht adäquat entfalten können.