Was Krebspatienten in Zeiten des Coronavirus wissen müssen

Da das neuartige Coronavirus bereits bei gesunden Menschen zu schweren Symptomen und Krankheitsverläufen führen kann, müssen vor allem Menschen mit Vorerkrankungen besondere Schutzmaßnahmen ergreifen. Zu dieser Risikogruppe gehören auch Krebspatienten, deren Tumorerkrankung und Behandlung ihr Infektionsrisiko vergrößern können. Wie Sie sich vorbeugend schützen können, worauf das ärztliche Personal achten muss und welche Behandlungen dennoch nicht verschoben werden sollten, können Sie der angehängten Broschüre der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs entnehmen. Die wichtigsten Punkte haben wir für Sie nachfolgend zusammengefasst.

Das neuartige Coronavirus und die Covid-19 Pandemie

Die Covid-19-Pandemie hält nun schon seit einiger Zeit die ganze Welt in Atem. Das Coronavirus  wurde höchstwahrscheinlich vom Tier auf den Menschen übertragen und kann zu schweren Krankheitsverläufen führen. Es verbreitet sich über Bestandteile aus der Atemluft als sogenannte Tröpfchen-Infektion und über Aerosole. Die Inkubationszeit beträgt dabei durchschnittlich 4-6 Tage, kann aber bis zu 14 Tage andauern. Bisher bekannt ist außerdem, dass nicht jeder Infizierte Symptome entwickelt, weshalb eine Verbreitung des Coronavirus noch schwieriger einzudämmen ist.

Impfungen bei Krebspatienten – der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

Besonders in Zeiten der Covid-19-Pandemie sind Impfungen – insbesondere die Grippeimpfung und die Impfung gegen Pneumokokken – vor allem für vorerkrankte Personen sehr wichtig. Im Regelfall werden alle notwendigen Impfungen vor Beginn einer Krebstherapie aufgefrischt. Aber auch während einer laufenden Behandlung können manche Impfungen mit Totimpfstoffen wie Pneumokokken nachgeholt werden – auf Impfungen mit Lebendimpfstoffe wie Masern oder Röteln sollte allerdings verzichtet werden.

Allgemeine Hygienevorschriften für Krebspatienten

Was für alle anderen gilt, gilt natürlich insbesondere und in verstärktem Maße für Menschen mit Vorerkrankungen wie Krebs. Zusammentreffen mit anderen Menschen sollten gemieden, der Abstand zu anderen Personen stets eingehalten und der Nasen-Mund-Schutz durchgehend getragen werden. Bei nicht zu vermeidenden Arztbesuchen sollte im Voraus kommuniziert werden, dass Sie zur Risikogruppe gehören, damit das ärztliche Personal bestens vorbereitet ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass wichtige Diagnoseverfahren eingestellt oder verschoben werden sollten – die Krebsvorsorge und -abklärung steht nach wie vor im Vordergrund. Bei Verdacht auf eine Krebserkrankung wird das medizinische Personal Ihre gesundheitliche Sicherheit durch zusätzliche Schutzmaßnahmen gewährleisten.

Maßnahmen und Behandlungen während der Covid-19-Pandemie

Maßnahmen wie Blutentnahme, Röntgen, CT oder MRT sollten plangemäß durchgeführt werden, da sie die Immunabwehr nicht beeinflussen. Auch auf notwendige Operationen sollte nicht verzichtet werden, weil sie ein wichtiger Teil der Krebstherapie sind und einen wichtigen Schritt Richtung Genesung darstellen. Ausnahmesituationen sind nicht abklingende Erkältungssymptome und z. B. eine vorliegende Lungenentzündung beim Patienten. In den meisten Kliniken wird vor der Operation zusätzlich eine Covid-19-Testung durchgeführt. Für den Fall, dass beim Patienten eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt, die Operation aber dennoch nicht verschoben werden kann, treffen die Kliniken zusätzliche Maßnahmen für das Personal und den Patienten.

Das gleiche gilt auch für laufende Therapieverfahren. Alle wichtigen Krebstherapien sollten auf Grund der Pandemie nicht verzögert oder verschoben werden. Chemo – und Immuntherapien sollten, wenn möglich, immer planmäßig verabreicht werden. In vereinzelten Fällen – z. B. im Falle einer Ansteckungsgefahr – müssen Ihre Ärzte entscheiden, ob eine laufende Therapie fortgesetzt werden kann.

Einen vollständigen Überblick und aktuelle Informationen finden Sie zum Download im Patienten- und Angehörigen-„Leitfaden für den Umgang mit der Covid-19 Pandemie und anderen Viruserkrankungen (Grippe, Erkältungskrankheiten) bei Krebserkrankungen“ der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs, herausgegeben von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie und onkologische Chirurgie an der Charité Berlin.

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